Die Gewinnerwartungen sind weiter gestiegen, da Unternehmen weltweit über den Prognosen liegende Ergebnisse vorlegen. Angesichts des durch den Irankonflikt ausgelösten Energieschocks und der anhaltenden makroökonomischen Unsicherheit ist diese Widerstandsfähigkeit bemerkenswert. Die entscheidende Frage für Anleger lautet, ob die Gewinne auch dann den weiterhin steigenden Erwartungen gerecht werden können, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.
Abbildung 1 liefert nützliche historische Hintergründe. Die Gewinne waren im Allgemeinen beständiger, wenn das BIP-Wachstum positiv war, und am stärksten, wenn das Wachstum robust war. Im Gegensatz dazu hat ein schwächeres oder negatives Wachstum in der Regel zu einem schwierigeren Umfeld für die Gewinne geführt. Das ist wichtig, weil Gewinnschätzungen in Wachstumsphasen historisch gesehen die tatsächlich erzielten Gewinne recht gut abgebildet haben. In Rezessionen hingegen hinken sie oft hinterher, da sich die Fundamentaldaten dann schnell verschlechtern können. Unseres Erachtens sind hohe Gewinnerwartungen glaubwürdiger, wenn sie von einem robusten Wirtschaftswachstum gestützt werden. Kühlt sich die Konjunktur jedoch deutlich ab, wird es schwieriger, diese Erwartungen aufrechtzuerhalten.
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