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Grafik im Fokus: Diversifizierung für unterschiedliche Konjunkturumfelder

3 Min. Lesezeit
2027-03-27
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Alex King, CFA, Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler, Product Reporting Lead
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Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten unterstreichen den strukturellen Wandel zu einem volatileren und zyklischeren makroökonomischen Umfeld. Hier untersuchen wir, wie Anleger die Diversifizierung ihres Portfolios neu ausrichten können, um die Wirksamkeit in unterschiedlichen Konjunkturumfeldern zu maximieren. Unser Fazit: Es spricht vieles dafür, eine breitere Diversifizierung anzustreben. Rohstoffe spielen dabei angesichts des wachsenden Risikos von Inflation oder gar Stagflation eine entscheidende Rolle.

Was ist bisher geschehen?

  • Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels dauert der Konflikt unvermindert an. Die Ölpreise fungieren als Echtzeitindikator für die Markterwartungen hinsichtlich der Dauer des Konflikts sowie der Stabilität der Energieversorgung. Dies führt zu rekordverdächtigen Preisbewegungen. Diese Schwankungen verdeutlichen die Ungewissheit über die letztendlichen Auswirkungen des Konflikts auf Inflation und Wachstum. Die Märkte haben derzeit Schwierigkeiten einzuschätzen, ob die höheren Energiepreise nur vorübergehend sind oder einen länger anhaltenden Schock darstellen werden.
  • Die Geschichte zeigt, dass die Wirksamkeit einer anlageklassenübergreifenden Diversifizierung maßgeblich vom Konjunkturumfeld beeinflusst wird. Abbildung 1 verdeutlicht die Korrelation von Aktien mit Anleihen und Rohstoffen in unterschiedlichen Inflations- und Wachstumsumfeldern. Die einzelnen Umfelder sind dabei so definiert, dass die Inflation entweder über oder unter 2% liegt und das reale Wirtschaftswachstum entweder positiv oder negativ ist.
  • Die aktuellen Ereignisse bergen akute Risiken sowohl für das Wachstum als auch für die Inflation. Da eine wirksame Diversifizierung vom jeweiligen Umfeld abhängt, tragen je nach Inflations- und Wachstumsbedingungen unterschiedliche Anlageklassen zur Widerstandsfähigkeit eines Portfolios bei. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Diversifizierung im Zuge sich wandelnder makroökonomischer Rahmenbedingungen neu zu bewerten.

Abbildung 1

Korrelationen mit Aktien nach Konjunkturumfeld

Welche Implikationen ergeben sich daraus für die Anleger?

  • Die zunehmende Inflationsunsicherheit untermauert die strukturellen Argumente für Rohstoffe als Mittel zur Portfoliodiversifizierung, wenn die traditionellen Beziehungen zwischen Aktien und Anleihen unter Druck geraten. Zwar weisen Rohstoffe in Zeiten „heißer“ Inflation nicht durchweg negative Korrelationen mit Aktien auf, doch waren sie in der Vergangenheit weniger stark positiv mit diesen korreliert als Anleihen. Dies trägt dazu bei, die Diversifizierung aufrechtzuerhalten, wenn Inflationsschocks den Schutz durch Anleihen schwächen.
  • Unabhängig davon, wie sich das Wachstum entwickelt, haben sich Anleihen als weniger wirksames Diversifikationsinstrument erwiesen, wenn Inflationsrisiken überwiegen. Die positiven Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen in Phasen „heißer” Inflation sowie in Phasen der „Stagflation” deuten darauf hin, dass nach Energiepreisschocks eine hartnäckige Inflation das Hauptrisiko für die Diversifizierung eines Portfolios darstellt und nicht eine Verlangsamung des Wachstums.
  • In der Vergangenheit haben Rohstoffe in stagflationären Umfeldern die größten Diversifizierungsvorteile geboten. Die Ölversorgungsschocks der 1970er- und 1980er-Jahre sind Beispiele für schwerwiegende geopolitische Störungen, die sowohl zu schwachem Wachstum als auch zu hoher Inflation führten. Stagflationäre Umfelder, in denen Rohstoffe in der Vergangenheit ihre defensive Rolle am wirksamsten gespielt haben, waren bisher relativ selten. Sie gehören jedoch unseres Erachtens weiterhin zu den möglichen Entwicklungen, die sich aus den aktuellen Ereignissen ergeben. Je länger der Konflikt andauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation.

Was beobachten wir?

  • Die Dauer von Unterbrechungen der Energieversorgung: Weltweit suchen die Verantwortlichen aktiv nach Wegen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten und eine teilweise Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erreichen. Produktion und Transport sind aber nach wie vor äußerst anfällig für fortgesetzte Angriffe durch den Iran (und möglicherweise seiner Stellvertreter).
  • Die breiteren Auswirkungen auf die Inflation: Anzeichen dafür, dass sich die höheren Energiepreise auch in der Kerninflation niederschlagen.
  • Eine Abschwächung der Wachstumsdynamik, wenn sich höhere Energiekosten auf die Wirtschaft auswirken. Sollten die gestiegenen Energiepreise den Konsum, die Gewinnmargen und die Investitionen spürbar belasten, würde die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation steigen.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experten

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Alex King

, CFA

Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler

Product Reporting Lead

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