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Grafik im Fokus: Sind starke Gewinne nur bei einer robusten Konjunktur möglich?

3 Min. Lesezeit
2027-08-31
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Alex King, CFA, Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler, Product Reporting Lead
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Die Gewinnerwartungen sind weiter gestiegen, da Unternehmen weltweit über den Prognosen liegende Ergebnisse vorlegen. Angesichts des durch den Irankonflikt ausgelösten Energieschocks und der anhaltenden makroökonomischen Unsicherheit ist diese Widerstandsfähigkeit bemerkenswert. Die entscheidende Frage für Anleger lautet, ob die Gewinne auch dann den weiterhin steigenden Erwartungen gerecht werden können, wenn sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

Abbildung 1 liefert nützliche historische Hintergründe. Die Gewinne waren im Allgemeinen beständiger, wenn das BIP-Wachstum positiv war, und am stärksten, wenn das Wachstum robust war. Im Gegensatz dazu hat ein schwächeres oder negatives Wachstum in der Regel zu einem schwierigeren Umfeld für die Gewinne geführt. Das ist wichtig, weil Gewinnschätzungen in Wachstumsphasen historisch gesehen die tatsächlich erzielten Gewinne recht gut abgebildet haben. In Rezessionen hingegen hinken sie oft hinterher, da sich die Fundamentaldaten dann schnell verschlechtern können. Unseres Erachtens sind hohe Gewinnerwartungen glaubwürdiger, wenn sie von einem robusten Wirtschaftswachstum gestützt werden. Kühlt sich die Konjunktur jedoch deutlich ab, wird es schwieriger, diese Erwartungen aufrechtzuerhalten.

Abbildung 1

Liniendiagramm, das die Performance von US-High-Yield-Anleihen gegenüber lang laufenden US-Staatsanleihen als Maß für das globale Umfeld veranschaulicht. Die Grafik zeigt, dass die relativen Erträge zwischen den beiden Anlageklassen in Phasen mit engen Spreads gesunken sind.

Derzeit sind die Rahmenbedingungen weiterhin positiv. Das Wirtschaftswachstum hat sich robuster entwickelt als erwartet, und die Gewinnentwicklung der Unternehmen ist weiterhin solide. Risiken aufgrund der geopolitischen Lage, der Energiepreise und politischer Unsicherheiten erfordern nach wie vor große Aufmerksamkeit. Die derzeit höheren Gewinnprognosen könnten aber weiterhin realisierbar sein, sofern sich die Konjunktur nicht deutlich stärker abschwächt.

Anlageimplikationen

  • Die Gewinnentwicklung bleibt entscheidend dafür, ob der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten von Dauer ist. Weder das derzeitige Gewinnwachstum noch das Ausmaß der positiven Überraschungen gegenüber den Schätzungen erscheinen im historischen Vergleich ungewöhnlich. Wichtiger ist jedoch das makroökonomische Umfeld, das diese Entwicklung stützt. Sollte das Wachstum positiv bleiben, könnten Unternehmen besser aufgestellt sein, um die gestiegenen Erwartungen zu erfüllen.
  • Der Gewinnzyklus ist global, die regionalen Einflussfaktoren unterscheiden sich jedoch. Die Gewinnentwicklung in den USA ist nach wie vor eng mit dem Technologiesektor verknüpft, wobei sich Aufwärtskorrekturen der Prognosen zunehmend auf weitere Sektoren ausweiten. Europa hat sich bislang als widerstandsfähig erwiesen, ist jedoch weiterhin anfälliger für Energiepreisschocks. In Asien könnten Taiwan und Südkorea von ihrer Rolle in der KI-Lieferkette profitieren. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, über die regionalen Wachstumszahlen hinauszuschauen, um zu erkennen, wo die Gewinndynamik tatsächlich entsteht.
  • KI könnte die Verbindung zwischen den Märkten und der Wirtschaft stärken. Der Technologiesektor hat seit Langem einen größeren Anteil an den Aktienmärkten als an der Gesamtwirtschaft. Diese Beziehung könnte sich weiterentwickeln, da Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu Unternehmensausgaben, Produktivität und Wachstum beitragen. Mit der Zeit könnte dies die Verbindung zwischen der Marktführerschaft an den Aktienmärkten und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stärken.

Was wir beobachten

  • Dauer des Iran-Konflikts: Ein anhaltender Konflikt könnte die Energiepreise auf einem hohen Niveau halten und die Widerstandsfähigkeit des globalen Wachstums erneut belasten.
  • Die breiteren makroökonomischen Auswirkungen der KI: Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz stützen bereits das Wachstum in den USA. Wir beobachten, ob sich Produktivitätssteigerungen auch über technologieorientierte Unternehmen und Branchen hinaus deutlicher abzeichnen.
  • Auswirkungen neuer Aktienemissionen: Aktienrückkäufe haben dazu beigetragen, den Gewinn pro Aktie (EPS) in den USA zu stützen, indem sie die Anzahl der ausstehenden Aktien verringert haben. Eine verstärkte IPO-Aktivität im Jahr 2026 könnte diesen positiven Effekt abschwächen, falls Neuemissionen die Wirkung von Rückkäufen allmählich neutralisieren.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experten

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Alex King

, CFA

Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler

Product Reporting Lead

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