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Grafik im Fokus: Gold und Öl – jenseits des Warenkorbs 

3 Min. Lesezeit
2027-05-31
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Tourist's climbing a sand dune. Sossusvlei,Namibia.
Alex King, CFA, Investment Strategy Analyst
Tourist's climbing a sand dune. Sossusvlei,Namibia.
Joshua Riefler, Product Reporting Lead
Tourist's climbing a sand dune. Sossusvlei,Namibia.

Seit dem Ausbruch des Kriegs im Iran Ende Februar sind die Ölpreise ein viel diskutiertes Thema. Die Preise waren starken Schwankungen ausgesetzt, und diese Volatilität wird anhalten, solange der Konflikt nicht beendet ist.

Abbildung 1 veranschaulicht auf übergeordneter Ebene zwei sehr unterschiedliche Entwicklungspfade für Rohstoffe:

  • Bei den Ölpreisen traten in der Vergangenheit größere Schwankungen meist nur sporadisch auf. Sie wurden in der Regel taktisch durch Befürchtungen über Versorgungsengpässe ausgelöst, auf die dann Trendwenden folgten. Vor dem Iran-Konflikt waren die Märkte weitgehend davon ausgegangen, dass sich der seit mehreren Jahren anhaltende Rückgang der Ölpreise im Jahr 2026 fortsetzen würde.
  • Gold befindet sich seit Ende 2022 in einem allgemeinen Aufwärtstrend. Dieser wurde zunächst durch Käufe der Zentralbanken gestützt und später durch Zuflüsse in ETFs verstärkt, wenn auch mit stärkeren Korrekturen, als die Positionen überzogene Niveaus erreichten.

Die allgemeine Lehre daraus ist, dass Anleger Rohstoffe nicht als ein einziges geopolitisches oder inflationsbezogenes Anlageinstrument betrachten sollten. Stattdessen sollten sie einen Blick hinter die Kulissen werfen und die spezifischen Einflussfaktoren sowie die Rolle einzelner Rohstoffengagements im Portfolio genauer betrachten.

Abbildung 1

Die Preise fur Brent OI und Gold entwickeIn sich unabhangig

Anlageimplikationen

  • Betrachten Sie die individuelle Rolle einzelner Rohstoffe, nicht nur die Anlageklasse als Ganzes. Sowohl Öl als auch Gold können die Diversifizierung im Vergleich zu Portfolios, die ausschließlich aus traditionellen Vermögenswerten bestehen, verbessern. Allerdings spielen beide eine jeweils unterschiedliche Rolle. Öl könnte beim Inflationsschutz eine größere Rolle spielen. Gold eignet sich möglicherweise besser zur Absicherung gegen Verlustrisiken.
  • Betrachten Sie Öl nicht als langfristige Überzeugung, sondern eher als potenzielle taktische Chance. Weshalb? Auf kurze Sicht dauert der Krieg im Iran an, und seine Dauer bleibt ungewiss. Ein erneutes Versorgungsrisiko könnte die Preise stützen und die Rolle von Öl als Diversifikationsinstrument im Falle von Inflationsängsten stärken. Allerdings waren ereignisbedingte Ölpreisspitzen in der Vergangenheit eher episodischer Natur. Der Konflikt könnte sich wieder beruhigen, was zu einer raschen Preiskorrektur führen würde. Dabei würde sich der Ölpreis wieder den vor dem Krieg herrschenden, günstigeren Fundamentaldaten anpassen.
  • Behalten Sie bei Gold das große Ganze im Blick. Der jüngste Rückgang des Goldpreises könnte eher auf eine zyklische Überbewertung als auf einen Trendbruch hindeuten. Die Renditeerwartungen dürften in der Zukunft zwar geringer ausfallen, die längerfristige Unterstützung durch die Diversifizierung der Reserven, die Nachfrage der Zentralbanken, Zuflüsse in ETFs sowie eine mögliche Schwäche des US-Dollar scheint jedoch von eher dauerhafter Natur zu sein.
  • Behalten Sie Ihre langfristigen Portfolioziele im Blick bei Entscheidungen zwischen einem breit angelegten, strategischen Rohstoffengagement und einer eher taktischen Allokation in einen einzelnen Rohstoff, die auf potenziell relativ kurzfristigen Treibern basiert.

Was wir beobachten

  • Die Dauer des Konflikts im Iran sowie die daraus resultierenden Störungen der Energieversorgung sind entscheidende Faktoren für unsere Ölpreisprognose. Mit zunehmender Dauer steigt auch das potenzielle Ausmaß des Inflationsrisikos.
  • Angesichts der im Vergleich zu US-Staatsanleihen relativ geringen Größe des Goldmarktes könnte die Entwicklung der Zentralbankreserven erhebliche Auswirkungen auf den Goldmarkt haben. Selbst geringfügige Veränderungen vonseiten großer Anleihegläubiger wie China und Japan könnten einen überproportional großen Einfluss haben.
  • Sollte die jüngste Stärke des US-Dollar nachlassen und erneut eine Abwärtsdynamik einsetzen, dürfte die Stellung des Dollar als Reservewährung schwinden. Das würde Gold als alternativen „Wertspeicher“ attraktiver machen.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experten

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Alex King

, CFA

Investment Strategy Analyst
Joshua-riefler

Joshua Riefler

Product Reporting Lead

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