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Anlagen in Infrastruktur: Schutz vor steigender Inflation?

Die Inflation setzt sich fest: Das spüren Verbraucher im Geldbeutel – und Anleger im Portfolio. Können Anlagen in Infrastruktur-Unternehmen stabilisierend wirken? Dieser Frage sind Fondsmanager Tom Levering und Investment Director Ken Baumgartner von Wellington Management nachgegangen.

Globalisierung, demografische Entwicklung, Energiekosten: Diese Faktoren haben in den letzten 30 Jahren den Preisanstieg gebremst. Doch nun zeichnet sich eine Trendwende ab. Selbst wenn sich die globalen Lieferketten wieder stabilisieren, könnte der strukturelle Preisdruck anhalten. Denn auch die Notenbanken ziehen bei der Geldpolitik die Zügel an.

Das Portfolio auf möglicherweise steigende Inflation einstellen

Vorweg: Eine höhere Inflation kann für manche Unternehmen teuer werden und auf ihre Erträge drücken. Das gilt etwa für Firmen, die steigende Kosten nur schwer oder verzögert weitergeben können. Anleger sollten dies bei der Gestaltung ihrer Portfolios im Blick behalten: Denn sinkende Erträge könnten auf Dividenden und Wertentwicklung durchschlagen. Doch was sind denkbare Alternativen?

Zunächst einmal könnten traditionelle Anlagen mit Inflationsschutz in Frage kommen. Inflationsgebundenen Anleihen etwa werden oft genutzt, um Portfolios widerstandsfähiger zu machen. Auch Firmen aus der Rohstoffbranche könnten ein Portfolio vor einer steigenden Inflation schützen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass manche Rohstoffpreise durchaus stark schwanken können: Das zeigt ein Blick auf das Auf und Ab beim Ölpreis in den letzten Jahren.

Wir halten jedoch auch börsennotierte Unternehmen aus Infrastrukturbranchen für erwägenswert. Diese Firmen können die Auswirkungen der Inflation auf ihre eigenen Erträge oft gut abfedern. Dies gilt besonders für „Enduring Assets“ – also für langlebige Infrastruktur wie beispielsweise Stromnetze.

Der Inflationsschutz kann unterschiedlich gestaltet sein

Firmen mit solchen „Enduring Assets“ können stabile Einkünfte liefern. Zugleich bieten sie einen gewissen Schutz vor einem stärkeren Preisdruck. Denn in vielen Fällen greifen Vorschriften der Regulierer oder Verträge, die eine Bindung an die Inflation enthalten. Bildlich gesagt: Die Erträge schwimmen mit der Inflation nach oben wie ein Korken im Wasser.

Zwei Varianten eines solchen Schutzes vor Inflation sollten Anleger im Blick haben.

  • Direkter Schutz vor Inflation. In diesem Fall darf das Ertragsniveau stets einen bestimmten Prozentsatz über ‚. der lokalen Teuerungsrate liegen. Ein Beispiel dafür sind viele regulierte Versorger in Europa.
  • Indirekter Schutz vor Inflation. Hier gilt: Bei steigenden Kosten kann das Unternehmen seine Preise so erhöhen, das ein vereinbartes Ertragsniveau bestehen bleibt. Das gilt beispielsweise bei US-Versorgern. Steigen deren operative Kosten durch höhere Inflation, können sie dies also an ihre Kunden weitergeben. Bleibt die Inflation längerfristig hoch, können die Aufsichtsbehörden die Tarife zudem überprüfen und anpassen. Eine solche Überprüfung erfolgt normalerweise alle zwei bis fünf Jahre.

Wie sieht es mit anderen „Endurable Assets“ aus?

Die Regulierung für Flughäfen enthält so gut wie nie eine Inflationsbindung. Anders bei den meisten Betreiber von Mautstraßen: Diese können ihre Tarife im Inflationsfall um einen bestimmten Prozentsatz erhöhen. Nochmals anders ist die Lage bei Unternehmen, die Lager- und Transportinfrastruktur für Öl und Gas besitzen. Diese „Midstream“-Vermögenswerte folgen naturgemäß stark der Preisentwicklung im Energiesektor. Die Anbieter von Kabel- und Dateninfrastruktur wiederum verfügen häufig über eine starke Marktposition. Dieser Wettbewerbsvorteil ermöglicht es ihnen, die höheren Preise an ihre Kunden weiterzugeben.
Daher sind wir überzeugt, dass solche börsennotierten Infrastrukturtitel mittel- bis langfristig einen gewissen Inflationsschutz bieten könnten. Wir halten sie darum für eine attraktive Ergänzung in einem inflationsbewusstes Portfolio.

Wie entwickeln sich „Enduring Assets“ bei steigenden Zinsniveaus?

Neben der Inflation wird derzeit viel über die Folgen möglicher Zinserhöhungen diskutiert. Bei Versorgern und anderen börsennotierten Infrastrukturanlagen kommt dabei immer wieder die Frage auf: Wie sensibel reagieren solche Titel auf steigende Zinsen?

Fest steht: Diese Titel würden – ähnlich wie die meisten Risikoanlagen – bei starken und unerwarteten Zinsanstiegs unter Druck geraten. Bislang verfolgen die Zentralbanken jedoch einen vorsichtigen Kurs hin zu einer allmählichen Normalisierung. Längerfristig sollten diese Unternehmen also in der Lage sein, ihre Zinskosten an die Kunden weiterzugeben. Oder sie sollten dank der Vorgaben der Regulierer eine entsprechend höhere Marge erwirtschaften können.

Aktives Management bei Anlagen in Infrastruktur

Ein aktiver Manager kann danach streben, Unternehmen mit robusten Bilanzen auszuwählen: Speziell Titel, die auf Wachstum und die Wiederanlage von Kapital zielen statt auf höhere Dividenden. Solche Firmen sollten vergleichsweise weniger stark auf steigende Zinsen reagieren. Darüber hinaus legt die schwächere Wertentwicklung von Versorgern in den letzten Jahren eines nahe: Der Markt hat unserer Einschätzung nach die möglichen Auswirkungen höherer Zinsen schon eingepreist. Dies würde bedeuten, dass diese stabilen Anlagen Potenzial für positive Überraschungen bieten. Was könnte eine bessere Nachricht für Anleger sein?

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Veröffentlicht durch die Wellington Management Europe GmbH, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen ist und reguliert wird.