Was möglicherweise übersehen wird: Argumente für einen „All-Cap-Privatmarkt“
Im Zuge dieser Veränderungen zeichnet sich in den Marktsegmenten, in denen es keinen klaren Konsens gibt, ein breiteres, jedoch weniger effizientes Spektrum an Anlagemöglichkeiten ab. Wir sehen Chancen in zuletzt wenig beachteten Sektoren, die nicht mit KI in Verbindung stehen, zum Beispiel in den Bereichen Konsumgüter, Finanzen und Gesundheitswesen.
Unserer Ansicht nach beeinflusst die Hantelstruktur des Markts für Venture- und Growth-Investitionen sowohl die Einstiegspunkte als auch die künftigen Renditeprofile. Die zukünftigen Renditen hängen nicht nur von der Qualität eines Unternehmens ab – auch der Einstiegspreis, die Kapitalstruktur und die Exit-Möglichkeiten müssen berücksichtigt werden. Selbst erstklassige KI-Marktführer erzielen – je nach Einstiegszeitpunkt des Anlegers – gegebenenfalls nur bescheidene Bewertungsmultiplikatoren gegenüber den aktuellen Bewertungen.
Wir sind indes der Ansicht, dass sich in kleineren, weniger umkämpften Segmenten mit niedrigeren Einstiegsbewertungen vielversprechende Chancen bieten könnten. Unserer Meinung nach sollte sich das Underwriting zunehmend auf die relativen Einstiegsbewertungen, die erwarteten Zeithorizonte sowie realistische Exit-Szenarien konzentrieren.
Für Anleger hat sich die grundlegende Frage verändert: Von „Ist das ein erstklassiges Unternehmen?“ zu „Welche Rendite lässt sich von diesem Einstiegspunkt aus realistisch erzielen, und welche Alternativen gibt es?“.
Ein „All-Cap-Privatmarkt“, der Anlagemöglichkeiten im Mega-, Mid- und Small-Cap-Bereich umfasst, bietet ein breiteres Spektrum an Investitionsmöglichkeiten und damit Potenzial für mehr Flexibilität bei der Portfoliokonstruktion. Entscheidend ist, dass sich dieses Konzept nicht gegen KI richtet, sondern vielmehr das Ziel verfolgt, zu verstehen, mit welchen Strategien sich das Engagement über Konsens-Transaktionen hinaus erweitern lässt.