Was sind die Ursachen dieser Entwicklung? Qualitätswerte standen 2025 aus mehreren Gründen unter keinem guten Stern:
- So wiesen die Portfolios vieler Anleger ein unbeabsichtigtes Übergewicht in Qualitätsunternehmen auf.
- Während der Pandemie und darauf folgenden Phasen makroökonomischer Unsicherheit floss massiv Anlagekapital in Qualitätswerte, was zu einer Überbewertung dieser Unternehmen geführt hat.
- Mit spekulativen Tendenzen in Anlegerkreisen herrschte zudem ein Marktumfeld, in dem Qualität keinen hohen Stellenwert hatte.
Interessant ist dabei, dass keine dieser Entwicklungen einen strukturellen Grund für eine Underperformance darstellt. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um eine relativ anormale Konstellation und ist es nur eine Frage der Zeit, bis Qualitätswerte wieder eine bessere Performance zeigen.
Langfristperspektive: Qualitätswerte seit mehr als 20 Jahren auf Outperformance-Kurs
Auch wenn die jüngste Underperformance Anleger (zu Recht) dazu veranlasst hat, die Zusammensetzung ihrer Portfolios zu überdenken, empfiehlt es sich aus unserer Warte, Qualitätswerte im Zeitablauf ganzheitlicher zu betrachten.
Abbildung 2 veranschaulicht die Wertentwicklung globaler Qualitätswerte im Vergleich zur Wertentwicklung der breiteren globalen Aktienmärkte seit 1994. In dieser Langfristbetrachtung wird die Outperformance von Qualitätswerten deutlich. Wie oben bereits erläutert, sind die für das Qualitätssegment 2025 negativen Entwicklungen nicht struktureller Natur und sollten daher kaum von Dauer sein. Wenn sich die Märkte wieder normalisieren und der auch als Recency Bias bekannte psychlogische Effekt nachlässt, der aus der der menschlichen Tendenz resultiert, Ereignissen der jüngeren Vergangenheit mehr Bedeutung beizumessen als solchen, die länger zurückliegen, spricht nach wie vor sehr viel für Unternehmen mit einem hohen Free Cashflow, einer hohen Eigentkapitalrendite, einer geringen Verschuldung und stabilen Gewinnen.