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Grafik im Fokus: Wie verändert sich die Marktführerschaft an den Aktienmärkten?

2 Min. Lesezeit
2027-03-31
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Alex King, CFA, Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler, Product Reporting Lead
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Im Jahr 2026 hat sich die Marktführerschaft verlagert. Das stellt einige der bisher zuverlässigsten Gewinner des von KI-Trends geprägten Zyklus nach der Pandemie vor neue Herausforderungen. Nachdem Technologieunternehmen und Kommunikationsdienstleister drei Jahre lang dominiert hatten, deuten die Renditen seit Jahresbeginn auf eine Sektorrotation hin, da die Anleger Bewertungen, die Nachhaltigkeit der Gewinne und das makroökonomische Umfeld neu bewerten.

Dieser Wandel hatte bereits vor dem Konflikt im Nahen Osten begonnen. In den vergangenen drei Monaten bewegte sich der MSCI World Index größtenteils im positiven Bereich. Dabei trugen zuvor vernachlässigte Sektoren wie Rohstoffe und nichtzyklische Konsumgüter stärker zu den Gewinnen bei, während die früheren Spitzenreiter hinterherhinkten. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran durchlaufen die weltweiten Aktienrenditen eine schwierige Phase – mit der nennenswerten Ausnahme des Energiesektors, wie in Abbildung 1 ersichtlich wird. Der kürzlich verkündete Waffenstillstand hat zwar inzwischen zu einer Erholungsrally geführt, doch diese könnte sich als vorübergehend erweisen. Denn angesichts des Fehlens einer dauerhaften Lösung sind die Märkte zunehmend besorgt über das Risiko eines energiebedingten makroökonomischen Schocks.

Abgesehen von den anfänglichen Schwankungen des Ölpreises konzentrieren wir uns darauf, ob sich der vor der Krise zu beobachtende Trend zur Verbreiterung fortsetzt oder umkehrt, wobei Energieaktien aller Voraussicht nach zu den neuen Marktführern gehören dürften.

Anlageimplikationen

  • Verlagerung der Ertragsquellen: Die regionalen Aktienmarkttrends, die das Jahr 2025 geprägt haben – insbesondere die schwindende US-Sonderstellung und der wiedergewonnene Optimismus hinsichtlich der Aussichten für Europa – könnten einer durch einen Energieschock geprägten Perspektive weichen. Die regionale Sektorzusammensetzung könnte diesen Wandel noch verstärken. So könnten beispielsweise Finanz- und zyklische Werte, die in der Vergangenheit stärker auf Ölpreisschocks reagiert haben und im europäischen Index höher gewichtet sind, die relativen Renditen beeinträchtigen.
  • Weiterentwicklung der Einschätzungen zu KI: Die rasanten Fortschritte im Bereich der KI sorgen nach wie vor für Gewinner und Verlierer. Die Reaktionsweise des Marktes scheint sich jedoch zu wandeln. In Teilen der Softwarebranche macht sich der Wettbewerbsdruck immer stärker bemerkbar, während die Reaktion auf die anhaltend starken Gewinne im Bereich der künstlichen Intelligenz eher verhalten ausfällt. Auf längere Sicht dürfte eine weitläufige Einführung und Nutzung der neuen Technologie den Kreis der potenziellen Begünstigten vergrößern.
  • Marktvolatilität: Schon vor dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und dem Iran konnten wir eine deutliche Zunahme der Volatilität auf Sektor- und Einzeltitelebene feststellen, auch wenn der Gesamtmarkt insgesamt stabil erschien. Die Volatilität der Indizes hat zwar seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten zugenommen, die zugrunde liegende Sektor- und Aktienrotation scheint sich jedoch fortzusetzen.
  • Diversifizierung und aktives Management: Phasen der Volatilität und des Führungswechsels bergen in der Regel Risiken und Chancen, von denen aktive Manager profitieren können. Konkret dürfte ein anhaltender Energieschock die Infrastrukturausgaben in Europa und Asien beschleunigen und Innovationen zur Substitution fossiler Brennstoffe in einer Vielzahl von Sektoren vorantreiben.

Von uns beobachtete Faktoren

  • Energiepreise und geopolitische (De-)Eskalation: Die nächste Phase im Konflikt zwischen den USA und dem Iran wird darüber entscheiden, wie lange und wie schwerwiegend die Auswirkungen auf die Energieversorgung sein werden. Die Märkte suchen aktuell nach einem glaubwürdigen Weg zur Deeskalation und Stabilisierung.
  • Marktbreite innerhalb des Index: Wir beobachten, ob die Streuung über verschiedene Sektoren und Einzeltitel hinweg weiterhin bestehen bleibt. Jegliche Tendenz zu eher wahllosen Verkäufen würde auf ein defensiveres, krisenähnliches Umfeld hindeuten.
  • Belastbarkeit der Unternehmensgewinne: Die Fähigkeit der Unternehmen, die Gewinnerwartungen zu erfüllen, könnte zu einer breiteren Beteiligung der Anleger führen und dazu beitragen, das Vertrauen zu stabilisieren – selbst wenn die Volatilität weiterhin hoch bleibt.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experten

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Alex King

, CFA

Investment Strategy Analyst
Joshua-riefler

Joshua Riefler

Product Reporting Lead

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