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Die Glorreichen Sieben der KI: ein neuer Blick auf das Ökosystem der künstlichen Intelligenz

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2027-08-31
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Andrew Heiskell, Equity Strategist
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Brian Barbetta, Global Industry Analyst
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Kernaussagen

  • Künstliche Intelligenz als vernetztes Ökosystem zu betrachten, anstatt einzelne Aktien und Technologien isoliert in den Blick zu nehmen, kann Anlegern helfen, sich in dem dynamischen und mitunter volatilen Umfeld zurechtzufinden, das durch das Wachstum der KI entsteht.
  • Das Ökosystem lässt sich in sieben verschiedene Kategorien von Unternehmen unterteilen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen, sich aber alle gegenseitig beeinflussen können.
  • Unternehmen, die die für KI erforderliche Infrastruktur bereitstellen, könnten eine attraktive Möglichkeit darstellen, Zugang zum Anlagethema KI zu erhalten.

Die Debatte darüber, ob KI wichtig ist, scheinen die Anleger inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf eine schwierigere Frage: Welche Bereiche des KI-Ökosystems werden letztlich von der entstehenden Wertschöpfung profitieren können?

In einem so schnelllebigen und dynamischen Umfeld ist es unwahrscheinlich, dass der langfristige technologische Fortschritt und die kurzfristigeren Erwartungen der öffentlichen Märkte Hand in Hand gehen werden. Stattdessen wird es sicherlich auch in Zukunft Phasen geben, in denen die Stimmung der Anleger die sich wandelnden geschäftlichen und technologischen Gegebenheiten über- oder unterbewertet. In diesem dynamischen Umfeld kann ein fundierteres Verständnis des KI-Ökosystems Anlegern dabei helfen, Volatilität und Unsicherheit besser einzuordnen.

Abkehr von einer binären Sichtweise

Bei der Bewertung der potenziellen Auswirkungen einer neuen Technologie ist man leicht versucht, eine Liste von „Gewinnern“ und „Verlierern“ zu erstellen – je nachdem, inwieweit die neue Technologie bestehenden Branchen oder Unternehmen zugutekommen oder ihnen schaden könnte. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich Unternehmen oder Branchen im Zuge der Entwicklung und Verbreitung der KI nicht ganz so einfach in die Kategorien „Gewinner” und „Verlierer” einordnen lassen. Stattdessen werden viele Unternehmen wahrscheinlich sowohl positive als auch negative Auswirkungen der KI zu spüren bekommen.

Auch wenn es schwierig sein mag, die letztendlichen Gewinner und Verlierer zu bestimmen, ändern sich die Marktmeinungen zu diesen Unternehmen ständig. Diese Einschätzungen und Erwartungen entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter und führen häufig zu einem Zu- oder Abfluss von Kapital in bzw. aus den Aktien eines Unternehmens, wenn die Anlegerstimmung umschlägt.

In bestimmten Phasen könnten Anleger die großen, bekannten Technologieunternehmen, die manchmal auch als „Hyperscaler“ bezeichnet werden, beispielsweise als Hauptnutznießer der KI betrachten und bereit sein, hohe Bewertungen für deren Aktien in Kauf zu nehmen.

Zu anderen Zeiten könnten diese Anleger ihren Fokus aber auf die hohen Investitionsausgaben der Hyperscaler verlagern und beschließen, ihr Engagement in diesen Aktien lieber zu reduzieren. In beiden Fällen berücksichtigen die Anleger zwar dieselben Fundamentaldaten, gewichten diese jedoch unterschiedlich. Das führt zu Volatilität und Unsicherheit hinsichtlich der Rendite des eingesetzten Kapitals. In den vergangenen zwei Jahren haben wir bei der Anlegerstimmung immer wieder einen Wechsel zwischen zunehmendem Optimismus und anschließender Ernüchterung beobachtet.

Das KI-Ökosystem im Überblick

  1. Hyperscaler: Große bekannte Technologieplattformunternehmen investieren massiv in die KI-Infrastruktur. Sie investieren große Summen innerhalb des Ökosystems. Eine wichtige Frage für diese Gruppe ist, ob die Renditen ihr derzeitiges Ausgabenniveau letztlich rechtfertigen werden.
  2. Infrastrukturanbieter: Dies sind die Unternehmen, die die grundlegenden Instrumente und Komponenten bereitstellen, die für die Entwicklung von KI erforderlich sind. Sie ermöglichen den breiteren Ausbau des KI-Ökosystems.
  3. Anbieter geschlossener Modelle: Dabei handelt es sich um Unternehmen, die eigene Sprachmodelle oder sogenannte „Frontier“-Modelle entwickeln.
  4. Anbieter offener Modelle: Organisationen aus China und den USA, die alternative Open-Source-Modelle entwickeln, stellen eine eigenständige Gruppe innerhalb des KI-Ökosystems dar.
  5. Unternehmen, die von Produktivitätssteigerungen profitieren: Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Technologieunternehmen. Vielmehr sind dies Unternehmen, die KI einsetzen, um ihre Arbeit besser zu erledigen – sei es, um die Produktivität zu steigern, Kosten zu senken oder die Effizienz zu erhöhen.
  6. Potenziell durch KI gefährdete Unternehmen: Dabei handelt es sich um Unternehmen, die möglicherweise negativ von KI betroffen sein könnten, beispielsweise Softwarefirmen. Inwieweit sie durch die aktuelle Entwicklung beeinträchtigt werden könnten, ist nach wie vor umstritten, und die Folgen sind noch ungewiss.
  7. Neue Geschäftsmodelle: Diese könnten sich aus den Fortschritten in der KI-Technologie ergeben und sowohl von bestehenden als auch von völlig neuen Unternehmen entwickelt werden, ähnlich wie es während der Anfangsphase des World Wide Web in den 1990er- und 2000er-Jahren zu beobachten war.

Ein auf „Spitzhacke und Schaufel“ ausgerichteter Ansatz

Wenn die Verbreitung der KI wie ein moderner Goldrausch wirkt, lohnt es sich vielleicht, sich Mark Twains Bemerkung in Erinnerung zu rufen: „Wenn alle nach Gold graben, ist es gut, Spitzhacken und Schaufeln zu verkaufen.“

Zu den „Spitzhacken und Schaufeln” der KI-Infrastruktur gehören Stromgeneratoren, Turbinen, elektrische Anlagen, Kühlsysteme, Bau- und Aushubgeräte sowie weitere Ausrüstungen, die für den massiven Ausbau der Rechenleistung benötigt werden. Angesichts der massiven Investitionen in die Infrastruktur besteht kein Mangel an Nachfrage nach ihren Produkten.

Und ein Ende dieser Investitionen ist derzeit nicht in Sicht. Das jüngste rasante Umsatzwachstum einiger der größten KI-Unternehmen hat die Konsensprognosen übertroffen. Damit wird unserer Ansicht nach deutlich, dass der Markt das Ausmaß und das Gewinnpotenzial der KI zu niedrig ansetzt. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Markt das Ausmaß der derzeit entstehenden Geschäftsmöglichkeiten sowie das daraus resultierende Gewinnwachstum unterschätzt. Unsere Erwartungen steigen in einem Tempo, das wir vor zwölf Monaten noch für unmöglich gehalten hätten – und genau das haben wir vor zwölf Monaten auch schon gesagt.

Vor diesem Hintergrund sind wir der Ansicht, dass die Aussichten für Aktien aus dem Bereich der KI-Infrastruktur weiter gut sind. Im Hinblick auf die langfristige Planung und Nachfrage scheinen sich die Aussichten für ein anhaltendes Wachstum über das Jahr 2028 hinaus zu verbessern, und viele wichtige Indikatoren deuten auf ein anhaltendes Wachstum der Investitionen in KI hin.

Einige Anleger mögen zwar Industrieaktien mit KI-Bezug als ein einheitliches Anlagethema betrachten, doch das greift zu kurz. In den letzten zwölf Monaten gab es relative Gewinner und Verlierer, und die Streuung dürfte in Zukunft noch größer werden. Auch innerhalb des übergeordneten industriellen KI-Zyklus gibt es zahlreiche Teilzyklen: Stromerzeuger und Turbinen, elektrische Anlagen, Kühlsysteme sowie Bau- und Aushubunternehmen, um nur einige der größten Bereiche zu nennen. Es ist durchaus möglich, dass einer oder mehrere dieser „Teilzyklen“ einbrechen, während sich der übergeordnete KI-Zyklus fortsetzt. Die Produktivitätsvorteile der KI könnten künftig in weitaus mehr Bereichen der Wirtschaft und Unternehmenswelt zum Tragen kommen als heute. Viele Anleger sind jedoch noch nicht bereit oder in der Lage, diese potenziellen künftigen Vorteile bereits heute vollständig in ihren Bewertungen zu berücksichtigen.

Aus diesen Gründen sind wir der Ansicht, dass bei Anlagen in die sich rasch entwickelnde KI-Landschaft neben der Titelauswahl, Fundamentalanalyse und aktiven Verwaltung auch ein ganzheitliches Verständnis des KI-Ökosystems eine besonders wichtige Rolle spielt. Eine breite Diversifikation über einen Korb von Aktien mit KI-Bezug dürfte allein kaum ausreichen, um das Potenzial dieser einzigartigen und transformativen Technologie auszuschöpfen. Aktive Manager mit robusten Analysekompetenzen und dem Bewusstsein, dass sich die Marktführerschaft mit der technologischen Entwicklung und den sich ändernden Marktbedingungen wahrscheinlich verschieben wird, dürften dagegen am besten in der Lage sein, in diesem neuen KI-Zeitalter Renditechancen zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu steuern.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

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