Österreich (Austria), Professionelle Anleger

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Grafik im Fokus: Inflation stellt typische Korrelationen infrage

3 Min. Lesezeit
2027-06-01
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Noah Atlas, CFA, Fixed Income Portfolio Manager
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Positive Korrelationen stellen traditionelle Muster bei der Portfoliozusammenstellung auf den Prüfstand

Aktien und Anleihen sind traditionell komplementäre Komponenten eines Anlageportfolios. In der Vergangenheit bestand zwischen diesen beiden Anlageklassen eine negative Korrelation: Wenn die Aktienkurse fielen, stiegen Anleihen und glichen so die Kursverluste am Aktienmarkt aus.

Eine positive Korrelation, also ein Gleichlauf in der Kursentwicklung an beiden Märkten, wie er in den vergangenen Jahren zu beobachten war, stellt die Portfoliomanager bei vielen Anlagestrategien vor Herausforderungen.

Was hat sich verändert? Die Inflation.

Auch wenn viele verschiedene Faktoren in diese relativen Bewegungen hineinspielen, sind die Inflationserwartungen aus meiner Sicht heute der ausschlaggebende Faktor. Vor dem Krieg im Iran glaubten die US-Märkte an ein disinflationäres Szenario, mit KI als treibender Kraft, die zunehmend menschliche Arbeitskräfte ersetzen könnte.

Der Irankonflikt hat jedoch einen Energieschock ausgelöst, der die Inflationserwartungen steigen lässt und positive Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen weiter verstärkt. In diesem Marktumfeld führt höhere Inflation zu einem Zinsanstieg, der beide Anlageklassen gleichermaßen unter Druck setzt. Der gewünschte Diversifizierungseffekt ist damit begrenzt. Die Anlageergebnisse sind so stärker von der Marktrichtung abhängig als von einer ausgewogenen Portfoliozusammensetzung.

Aus unserer Sicht wird dies jedoch nicht dauerhaft so bleiben. Auch wenn die Inflation kurzfristig auf höherem Niveau verharrt, sind die strukturellen disinflationären Kräfte, insbesondere der KI-Effekt, weiterhin intakt. Wenn diese erneut zum Tragen kommen, könnte sich bei beiden Anlageklassen eine Normalisierung einstellen, und langfristig dürfte sich wieder ein Diversifizierungsmechanismus nach dem traditionelleren Muster etablieren.

Abbildung 1

Kurvendiagramm, das veranschaulicht, wie eng die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen in den letzten Jahren mit den Inflationserwartungen verbunden waren.

Anlageimplikationen

Weil das aktuelle Marktumfeld mit positiven Korrelationen und einer eingeschränkten Wirksamkeit des klassischer Diversifizierungseffekts aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein vorübergehendes Phänomen ist, empfiehlt sich aus unserer Sicht ein flexibler, anpassungsfähiger Ansatz bei der Portfoliokonstruktion. Aktiv verwaltete Strategien könnten gut aufgestellt sein, um den aktuellen Herausforderungen zu trotzen und eine Neuausrichtung vorzunehmen, wenn sich die strukturellen disinflationären Kräfte erneut durchsetzen. Damit dürfte sich auch das Anlageuniversum erweitern, und traditionelle Diversifizierungsmechanismen sollten sich wieder etablieren.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen des Autors bzw. der Autorin zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experte/Expertin

Noah Atlas

Noah Atlas

, CFA

Fixed Income Portfolio Manager

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