Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Das Ölrisiko bleibt bestehen
Die wichtigste Entwicklung der letzten Zeit besteht darin, dass der diplomatische Prozess trotz anhaltender Drohungen in Bezug auf die Straße von Hormus, kontinuierlicher Spannungen im Zusammenhang mit dem Libanon und wiederkehrender Streitigkeiten zwischen den Parteien nicht zum Erliegen gekommen ist. Die Fachgespräche gehen weiter, die Kommunikationskanäle bleiben offen, und beide Seiten sind trotz der jüngsten militärischen Spannungen weiterhin an einer Einigung interessiert.
Dies ist ein weiterer Beleg für den tief verwurzelten strukturellen Wettbewerb. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Straße von Hormus. Der Iran hat stets versucht, die Verhandlungen auf Fragen des regionalen Einflusses, der Aufhebung von Sanktionen, der Energiesicherheit, des Marktzugangs und strategischer Einflussmöglichkeiten zu lenken. Der Atomstreit ist zwar nach wie vor von entscheidender Bedeutung, es sieht jedoch zunehmend danach aus, als würde dies eher das letzte Kapitel werden. Die grundlegende Abfolge bleibt weiterhin bestehen: Zuerst die Straße von Hormus, dann die regionale Sicherheit, später die Nuklearfrage.
Anlageimplikationen: Der weitere Kurs erscheint unklar und umkehrbar. Dies lässt eine anhaltende Volatilität erwarten, da die Märkte auf das Risiko höherer Ölpreise und einer steigenden Inflation reagieren, wenn die Spannungen zunehmen – und dann wieder die Richtung wechseln, wenn das Umfeld günstig ist.