1. Flexible Rentenstrategien: Wir halten auf den Gesamtertrag fokussierte Rentenstrategien, die nicht an Benchmarks gebunden sind, weiterhin für am besten positioniert, um die späteren Phasen des Konjunktur- und Kreditzyklus zu meistern. Da die Zentralbanken unterschiedliche geldpolitische Strategien verfolgen, kann es zu Unterschieden beim Wachstum und bei der Inflation kommen. Dies kann die Wahrscheinlichkeit von Marktverwerfungen erhöhen – insbesondere in einer Zeit, in der die Bewertungen in den meisten Sektoren bereits erhöht sind. In einem solchen Umfeld werden aller Wahrscheinlichkeit nach Selektivität und Disziplin über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Aus unserer Sicht gibt es für europäische Anleger zwei wichtige Möglichkeiten, von der Streuung an den Märkten zu profitieren:
- Globale Staatsanleihen- und Mehrwährungsstrategien, die in Zeiten makroökonomischer Unsicherheit in der Regel besonders gut abschneiden; und
- Weitgehend flexible Strategien, die Anlegern durch Allokationen in verschiedene Kreditsektoren mehr Spielraum bieten, um die späte Phase des Konjunkturzyklus zu bewältigen.
Insgesamt halten wir es für entscheidend, flexibel zu bleiben und einen angemessenen Anteil liquider Vermögenswerte, wie beispielsweise Staatsanleihen, zu halten. Diese können dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit eines Portfolios zu stärken, ohne dass dabei Ertragseinbußen hingenommen werden müssen. Angesichts der hohen Bewertungen sind wir außerdem davon überzeugt, dass sich Geduld und Präzision auszahlen werden, da weiterhin eine disziplinierte Suche nach Anlagechancen erforderlich ist.
Rolle im Portfolio: Diversifizierung, Liquidität, Risikoreduzierung und Gesamtertrag
2. Europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen: Trotz enger Spreads sind Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (IG) unserer Ansicht nach aufgrund der nach wie vor hohen Renditen von Staatsanleihen im Hinblick auf Carry und die laufende Rendite weiterhin attraktiv. Innerhalb des Universums heben sich europäische IG-Unternehmensanleihen unserer Meinung nach besonders hervor. Gründe hierfür sind ihr nach wie vor robuster Zyklus, die starke Anlegernachfrage und die attraktiven Fundamentaldaten von Emittenten mit höherer Kreditqualität. Auch wenn die Bewertungsunterschiede zwischen Regionen, Sektoren und Emittenten gering sind, erwarten wir, dass es im Jahr 2026 zu volatilen Phasen kommen wird, die erhebliche Chancen für die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen durch die Titelauswahl und Sektorallokation bieten sollten. Zudem bieten europäische IG-Anleihen in der Regel auch ein erhebliches Durationspolster, das im Falle einer plötzlichen Verschlechterung der Kreditfundamentaldaten als Ausgleich für das Kreditrisiko dienen kann. Insgesamt erwarten wir, dass europäische IG-Unternehmensanleihen Anlegern im Jahr 2026 ein attraktives Renditepotenzial und eine stabile Performance bieten werden. Darüber hinaus sehen wir zunehmenden Spielraum für die Erwirtschaftung von Zusatzerträgen, wenn die Streuung wieder zunimmt.
Rolle im Portfolio: regelmäßige Einkünfte, Risikoreduzierung und Liquidität
3. Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen: Obwohl sich die Spreads historischen Tiefständen nähern, halten wir die Gesamtrenditen weiterhin für attraktiv. Sinkende Zinsen und starke, KI-getriebene Investitionen dürften unserer Meinung nach den Kreditzyklus verlängern, auch wenn sich Teile der US-Wirtschaft abschwächen. Darüber hinaus sollte Europa von günstigeren Finanzierungsbedingungen und soliden Ersparnissen der privaten Haushalte profitieren. Angesichts der oben erwähnten günstigen Kreditdynamik gehen wir davon aus, dass die Fundamentaldaten der Unternehmen weitgehend stabil bleiben und die Ausfallquoten in den nächsten zwölf Monaten auf ihr langfristiges Durchschnittsniveau zurückgehen werden. Allerdings sollten Anleger unserer Meinung nach auf eine zunehmende Streuung und steigende Extremrisiken vorbereitet sein, wobei eine mögliche Fehlallokation von Kapital im Private-Credit-Bereich, Kreditaktivitäten in Zusammenhang mit Rechenzentren und geopolitische Risiken die größten Sorgen bereiten. Darüber hinaus erwarten wir, dass strukturelle Trends wie der sich abzeichnende Umfeldwechsel in Europa zunehmend Einfluss gewinnen werden. Unserer Ansicht nach wird 2026 ein Jahr sein, in dem angesichts der zu erwartenden zunehmenden Streuung eine detaillierte Fundamentalanalyse der Emittenten den Ausschlag geben wird. Anleger sollten sicherstellen, dass ihre Portfolios auf die Gewinner und nicht die relativen Verlierer in diesem sich schnell verändernden Umfeld ausgerichtet sind.
Rolle im Portfolio: Gesamtertrag und Kupons