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Grafik im Fokus: Die Zusammensetzung von Anleiheportfolios auf dem Prüfstand

2 Min. Lesezeit
2027-03-31
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Alex King, CFA, Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler, Product Reporting Lead
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Unseres Erachtens könnte dies ein guter Zeitpunkt sein, um die Rolle globaler Staatsanleihen in Multi-Asset-Portfolios zu überdenken, und zwar trotz der langjährigen Dominanz von Risikoanlagen gegenüber Rentenanlagen, der Bedenken über die Tragfähigkeit der US-Staatsverschuldung und der nachlassenden Sonderstellung der Vereinigten Staaten.

Warum? High-Yield-Anleihen kompensieren Anleger in der Regel großzügiger als Staatsanleihen für das Eingehen eines höheren Kreditrisikos. Bei Staatsanleihen der Industriestaaten wird das Kreditrisiko für gewöhnlich als minimal angesehen, sie unterliegen aber Durationsrisiken und haben in der Vergangenheit nicht die Art von Kupons geboten, die High-Yield-Anleihen liefern können. Aktuell könnte sich dies aber aufgrund der engen Spreads ausgeglichen haben. Beide Kategorien von Rentenanlagen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle in einem Portfolio. Es könnte sich aber lohnen, angesichts der derzeitigen Bedingungen ihre Gewichtung zu überdenken.

Nehmen wir die Märkte für US-High-Yield-Anleihen und für US-Staatsanleihen (Treasuries) mit langer Laufzeit als Maß für das breitere globale Rentenumfeld. High-Yield-Anleihen haben zwar für einen Großteil des Zyklus eine Outperformance gegenüber Treasuries gezeigt, in Phasen mit historisch engen Spreads wie derzeit waren aber in der Regel sinkende relative Erträge zu beobachten, da die Spreadeinengung größtenteils realisiert ist (Abbildung 1).

Abbildung 1

Liniendiagramm, das die Performance von US-High-Yield-Anleihen gegenüber lang laufenden US-Staatsanleihen als Maß für das globale Umfeld veranschaulicht. Die Grafik zeigt, dass die relativen Erträge zwischen den beiden Anlageklassen in Phasen mit engen Spreads gesunken sind.

Zudem hat sich die Inflation abgekühlt, auch wenn sie noch höher als in der Zeit vor der COVID-Pandemie ist. In Kombination mit höheren Renditen hat dies die defensiven Vorteile von Treasuries in Phasen mit Wachstumssorgen und Aktienmarktabschwüngen wieder gestärkt. Dies könnte im aktuellen makroökonomischen Umfeld nützlich sein, das durch eine höhere strukturelle Volatilität als in der Vergangenheit geprägt ist.

Anlageimplikationen

Was bedeutet diese Dynamik für Anleger?

  • Die Kombination von Durationsprodukten mit anderen Anlagekategorien in Betracht ziehen: Die niedrigere Inflation und höheren Renditen könnten den Schutz gegen Verlustrisiken verbessern, den Staatsanleihen für gewöhnlich bieten. Es bestehen aber weiterhin Reflationsrisiken. Falls die Inflation anzieht, könnten Staatsanleihen weniger attraktiv sein. Auch Sachwerte, Rentenanlagen mit variabler Verzinsung oder Strategien mit niedriger Downside Capture Ratio könnten sinnvolle Ergänzungen darstellen.
  • Bei Rentenanlagen selektiv vorgehen, gegebenenfalls mit einem Qualitätsfokus: High-Yield-Anleihen bleiben durch ihr Kuponpotenzial attraktiv, mit nach wie vor interessanten Gesamtrenditen auf Basis historischer Daten. Da sich die Spreads aber unweit historisch enger Niveaus befinden, erscheint das Aufwärtspotenzial für die Gesamterträge durch eine weitere Spreadeinengung begrenzt. Es gibt also Argumente für ein besonnenes Vorgehen im Rentenbereich, mit einer Tendenz zu höherer Qualität.
  • Eine Minimierung von Verlustrisiken verfolgen: Wir sehen Aktien zwar weiterhin positiv, die aktuellen Bewertungsniveaus stellen aber eine Herausforderung dar. Umsichtige Anleger könnten die Integration einer potenziell starken Absicherung gegen Verlustrisiken in ihre Portfolios ins Auge fassen, wofür sich Staatsanleihen der Industriestaaten gut eignen könnten.

Was wir beobachten

Wir überwachen verschiedene Marktentwicklungen, die Auswirkungen auf diesen Ausblick haben könnten.

  • Inflationstreiber: Aspekte wie Handelszölle, Energiepreise und Arbeitskosten könnten die Inflationsaussichten verändern, was die Effektivität von Durationsprodukten als Diversifizierungsinstrument belastet.
  • Druck durch Staatsverschuldung und Laufzeitprämien: Hartnäckige Haushaltsdefizite und ein wachsendes Angebot stellen das Vertrauen in die Staatsanleihenmärkte der Industriestaaten auf die Probe. Bislang hatten diese Bedenken noch keine Auswirkungen auf Staatsanleihen, falls sich dies ändern sollte, wäre das Umfeld aber weniger positiv für die Anlageklasse.
  • Angebot und Nachfrage bei Unternehmensanleihen: Die erhöhten Emissionsaktivitäten bei Unternehmensanleihen für KI-bezogene Finanzierungen könnten ein Impuls für eine Ausweitung der Spreads sein und Gegenwind für Unternehmensanleihen bedeuten.

Unser Fazit: Wir halten dies für einen guten Zeitpunkt für Anleger, um ihre Rentenallokationen zu überprüfen und über die Rolle von Staatsanleihen nachzudenken.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

Experten

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Alex King

, CFA

Investment Strategy Analyst
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Joshua Riefler

Product Reporting Lead

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