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Börsengang von SpaceX: Lehren, Sperrfristen und längerfristige Auswirkungen

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5 Min. Lesezeit
2027-08-31
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Andrew Heiskell, Equity Strategist
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Adam Berger, CFA, Multi-Asset Strategist
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Als größter und wohl auch prominentester Börsengang der Geschichte zog das Börsendebut von SpaceX große Aufmerksamkeit auf sich.1 Die Anleger haben ihr Augenmerk vor allem darauf gerichtet, wie der Markt eine Emission dieser Größenordnung aufnehmen würde – und wie sich die Aktien nach der Notierung entwickeln könnten.

Nachdem nun die ersten Ergebnisse vorliegen, möchten wir Ihnen hier unsere Erkenntnisse sowie die Meilensteine präsentieren, die wir im Blick behalten.

Was wir gelernt haben

Wie von uns vorausgesagt, war die Nachfrage nach SpaceX-Aktien bei der Börseneinführung im Juni 2026 sehr groß. Seitdem ist die SpaceX-Aktie jedoch von ihren Höchstständen gefallen und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wieder in der Nähe des Ausgabepreises.

Dies entspricht bislang dem üblichen Verlauf eines Börsengangs: Auf eine starke Anfangsphase folgt eine Phase schwächerer Entwicklung. In der Vergangenheit blieb die Kursentwicklung einer Aktie in den folgenden zwölf Monaten nach ihrem Börsengang meist hinter dem Schlusskurs des ersten Handelstags zurück. Eine kleine Anzahl von Börsendebütanten kann jedoch selbst im ersten Jahr eine erhebliche Outperformance erzielen.

Ob SpaceX letztlich in diese Kategorie fallen wird, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit möchten wir Ihnen hier drei wichtige Meilensteine vorstellen, die wir im Blick behalten.

1: Was passiert, wenn Sperrfristen auslaufen?

In der Regel dürfen Aktionäre, die bereits vor dem Börsengang an einem Unternehmen beteiligt waren, ihre Aktien erst etwa 180 Tage nach der Erstnotierung verkaufen. Sobald diese Beschränkungen aufgehoben sind, verkaufen viele von ihnen ihre Aktien jedoch. Dieses zusätzliche Angebot an Aktien kann zu einem „Angebotsüberhang“ führen – eine Bewährungsprobe für die Nachfrage der Anleger, die sich nachteilig auf den Aktienkurs auswirken und zu der unterdurchschnittlichen Wertentwicklung beitragen kann, die oft für das erste Jahr nach einem Börsengang charakteristisch ist.

Warum ist das wichtig?

Erstens war der anfängliche Streubesitz von SpaceX trotz seiner Größe in absoluten Zahlen im Vergleich zur Gesamtmarktkapitalisierung sehr gering. Dies bedeutet, dass das Ende jeder Sperrfrist zu einem erheblichen Anstieg des Angebots führen könnte.

Zweitens folgen die Sperrfristen von SpaceX nicht dem üblichen 180-Tage-Zeitplan, sondern einem ungewöhnlichen, gestaffelten Plan. Dabei werden die Aktien nach und nach freigegeben, um zu vermeiden, dass eine große Anzahl von Aktien an einem einzigen Tag verfügbar wird.

Die wichtigsten Implikationen für Anleger

Mit dem Ablauf der Sperrfristen wird sich der Streubesitz von SpaceX – also die Anzahl der auf dem Markt verfügbaren Aktien – erhöhen. Die erste dieser Sperrfristen lief im August aus und diente damit als erster Test der Nachfrage der Anleger nach zusätzlichem Angebot. Der Markt scheint das zusätzliche Angebot bislang zwar recht problemlos verkraftet zu haben, es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich künftige Fristabläufe auf den Aktienkurs auswirken werden. Vieles wird davon abhängen, ob die Nachfrage der Anleger robust genug bleibt, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen. Dazu zählt auch die Nachfrage von benchmarkorientierten Anlegern, die mit wachsendem Streubesitz zu regelmäßigen Käufern werden könnten. Es ist möglich, dass verkaufswillige Aktionäre im Laufe des nächsten Jahres Aktien im Wert von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar platzieren möchten.

2: Welche Auswirkungen hat der Börsengang von SpaceX auf die breitere IPO-Landschaft?

Berichten zufolge soll die nächste Welle von Mega-Börsengängen für die Jahre 2026 und 2027 noch in Vorbereitung sein. Der Börsengang von SpaceX macht jedoch zwei wichtige Realitäten des heutigen Marktes deutlich. Erstens bleiben Unternehmen länger in Privatbesitz und zweitens könnte es für kleinere Privatunternehmen immer schwieriger werden, an die Börse zu gehen.

Warum ist das wichtig?

SpaceX hat Geschichte geschrieben. Zum Zeitpunkt des Börsengangs lag die Marktkapitalisierung zwar nur geringfügig über dem Rekordwert von Saudi Aramco aus dem Jahr 2019, das Emissionsvolumen selbst war jedoch beispiellos, da dabei mehr Kapital aufgenommen wurde als bei jedem bisherigen Börsengang. SpaceX wurde bereits vor über 20 Jahren gegründet und zeigt, dass Unternehmen auch über einen langen Zeitraum hinweg privat bleiben und gleichzeitig weiter wachsen können. Da private Unternehmen heute länger im Privatbesitz bleiben, findet ein Großteil ihres Wachstums mittlerweile bereits vor dem Börsengang statt. Anleger, die in vergleichbare Unternehmen in der Wachstumsphase investieren möchten, könnten daher auch ihren Blick über die öffentlichen Märkte hinaus richten und nach Anlagechancen bei privaten Unternehmen in der späten Wachstumsphase bzw. kurz vor dem Börsengang suchen.

Dies könnte zur Folge haben, dass die Märkte zwar für Börsengänge der größten Privatunternehmen aufnahmefähig erscheinen, das Umfeld für Börsengänge kleiner und mittelgroßer Unternehmen jedoch zunehmend schwieriger werden könnte. Es scheint wahrscheinlich, dass sehr große Privatunternehmen dem Beispiel von SpaceX folgen und erfolgreich an die Börse gehen werden. Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 25 Mrd. US-Dollar könnten jedoch Schwierigkeiten haben, sich im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Anleger gegen Alternativen aus dem Mega-Cap-Segment des öffentlichen Marktes durchzusetzen – es sei denn, sie bieten eine wirklich einzigartige Marktchance.

Implikationen für Anleger

Die Tatsache, dass Unternehmen länger in Privatbesitz bleiben, könnte dazu führen, dass sich Anleger an den öffentlichen Märkten fragen, ob sie dadurch vielleicht Wachstumschancen verpassen. Dies könnte dafür sprechen, private und öffentliche Märkte als Teil eines gemeinsamen Anlagespektrums und nicht als getrennte Anlageuniversen zu betrachten. Mit der Weiterentwicklung des Marktes zeigt sich bei Aktienanlegern an den öffentlichen Märkten zunehmend auch Interesse an privaten Unternehmen in einer späten Wachstumsphase.

3: Was geschieht, wenn die durch Referenzindizes getriebene Nachfrage steigt?

In einem früheren Artikel haben wir uns bereits damit befasst, welche Auswirkungen neue Regeln für die Aufnahme in Indizes auf passive und aktive Anleger haben könnten. Bisher konnten Unternehmen, die kürzlich an die Börse gegangen waren, erst nach mehreren Monaten oder sogar noch später in Indizes aufgenommen werden – oft erst nach Ablauf der Sperrfristen. Neue Regeln für die Aufnahme in Indizes ermöglichen es nun, Unternehmen schneller in viele wichtige Indizes aufzunehmen. So wurde SpaceX rasch in diese aufgenommen.

Ein wichtiger Meilenstein ist nach wie vor die Aufnahme von SpaceX in den S&P 500, die bereits 2027 erfolgen könnte.

Warum ist das wichtig?

Zwar wurde SpaceX bereits in mehrere wichtige Indizes aufgenommen, doch die Aufnahme in den S&P 500 wäre angesichts des hohen Volumens der an diesem Index ausgerichteten Anlagen sicherlich ein weitaus bedeutenderer Meilenstein.

Nach der Aufnahme von SpaceX in den Index werden Anleger, deren Portfolios am S&P 500 ausgerichtet sind oder diesen nachbilden, in erheblichem Umfang in SpaceX investiert sein. Mit Ablauf der Sperrfristen und dem damit verbundenen Angebot zusätzlicher Aktien wird sich dieses Engagement im Laufe der Zeit erhöhen.

Implikationen für Anleger

Wenn weitere Mega-Börsengänge stattfinden und diese Unternehmen in wichtige Indizes aufgenommen werden, werden viele passive Anleger letztendlich bedeutende Positionen in SpaceX und ähnlichen Unternehmen aufbauen, ohne dafür eine aktive Entscheidung getroffen zu haben.

Ob Anleger von diesem Engagement profitieren oder nicht, hängt davon ab, wie sich diese Unternehmen entwickeln. Da dieses Engagement innerhalb der wichtigsten Indizes aber zunimmt, könnten Anleger einem erhöhten unternehmensspezifischen Risiko ausgesetzt sein. Und da sich viele der derzeit größten Kandidaten für einen Börsengang auf KI-bezogene Themen konzentrieren, könnte dies außerdem zu einer weiteren Konzentration des Engagements in diesem Bereich führen – einem Thema, das bereits heute einen erheblichen Anteil an den wichtigsten Indizes ausmacht.

Allgemeiner betrachtet sollten Anleger möglicherweise auch die breiteren Trends im Bereich der Neuemissionen im Auge behalten. Es besteht ein historischer Zusammenhang zwischen Emissionsspitzen und bedeutenden Markthochs. Auch wenn eine Korrelation nicht zwangsläufig einen Kausalzusammenhang bedeutet (Unternehmen geben eher Aktien aus, wenn die Bewertungen höher sind), lohnt es sich, dies im Auge zu behalten, wenn neue Unternehmen in Referenzindizes aufgenommen werden.

Die zum Ausdruck gebrachten Ansichten sind diejenigen der Autoren zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Dokuments. Andere Teams können andere Ansichten vertreten und andere Anlageentscheidungen treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Von externen Anbietern stammende Daten werden zwar als verlässlich erachtet, doch gibt es keine Garantie für ihre Richtigkeit. Nur für professionelle, institutionelle oder zugelassene Anleger.

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