Die wichtigsten Implikationen für Anleger
Ein Fokus auf der Nachfolgeplanung sollte eine wichtige Komponente bei jeder langfristigen Anlagestrategie sein. Investoren können und sollten die Qualität der Unternehmensführung, die Aufsicht durch das Board und die organisatorische Tiefe mit der gleichen Disziplin und Konstanz analysieren wie die Finanzkennzahlen. Unsere Investmentexperten treten proaktiv in den Austausch mit den Boards of Directors von Unternehmen, um die Robustheit des Angebots an potenziellen zukünftigen Führungskräften zu beurteilen. Dabei suchen wir nach Leitungs- und Kontrollgremien, die ihren doppelten Auftrag verstehen: zum einen das Management zu beaufsichten und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen und zum anderen zukünftige Führungskräfte zu entwickeln, die das Kapital in Zyklen mit hoher Volatilität und strukturellen Veränderungen schützen können. Insbesondere konzentrieren wir uns darauf, wie gut das Board auf die Zukunft vorbereitet ist, wie gut das Unternehmen beim Führungskräftenachwuchs aufgestellt ist und ob es strategische Flexibilität zeigt. Unternehmen, die bei diesen Kriterien gut abschneiden, sind normalerweise in der Lage, langfristig überdurchschnittliche Kapitalrenditen aufrechtzuerhalten und Schocks effektiver abzufedern.
Nachfolgeplanung ist im besten Fall eine Investition in die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. Zu häufig wird dies jedoch eher als Compliance-Aufgabe anstatt als strategische Notwendigkeit gesehen. Mit der Zunahme der CEO-Fluktuation dürfte sich unseres Erachtens die Lücke zwischen den Unternehmen mit einer erfolgreichen und denen mit einer gescheiterten Nachfolgeplanung noch vergrößern. Für Investoren sind der Dialog mit den Unternehmen und die Ausübung von Stimmrechten effektive Mechanismen, um diese Zukunft mitzugestalten. Für Unternehmen muss sich die Nachfolgeplanung von einer Art Notfallplanung zu einer Kernkompetenz entwickeln, durch die ausreichend Führungsnachwuchs und Kontinuität bei der Unternehmensführung gewährleistet werden, ohne dass dies zulasten der Innovation geht. Unserer Meinung nach zeichnen sich widerstandsfähige Unternehmen in der Regel durch erfahrene Führungsteams, unabhängige Boards und anpassungsfähige Strategien aus. Durch diese Qualitäten werden zwar nicht sämtliche Risiken eliminiert, sie verbessern aber die Erfolgswahrscheinlichkeit in einer großen Bandbreite von Umfeldern.