ESG-Integration: ein Mosaikansatz

Unserer Ansicht nach sollten Vermögensverwalter neben herkömmlichen finanziellen Aspekten auch ESG-Aspekte analysieren, um das langfristige Renditepotenzial eines Unternehmens für Aktionäre zu beurteilen.

Die hierin ausgedrückten Einschätzungen sind die der Autoren, basieren auf den verfügbaren Informationen und können Änderungen unterliegen. Sie sind darüber hinaus nicht als Empfehlung oder Beratung auszulegen. Einzelne Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Zukunftsgerichtete Schätzungen oder Aussagen können Änderungen unterliegen, und die tatsächlichen Ergebnisse können variieren.

Anleger sollten stets die möglichen Risiken für ihr Kapital in Betracht ziehen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Der Wert einer Anlage kann gegenüber dem Zeitpunkt der ursprünglichen Investition steigen oder sinken. Weitere Einzelheiten sind dem Risikoabschnitt am Ende des vollständigen Dokuments zu entnehmen.

ANLEGER UND VERMÖGENSVERWALTER ERKENNEN ZUNEHMEND, DASS DIE TRADITIONELLE WERTPAPIERANALYSE,  die sich ausschließlich auf Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Buchwerte konzentriert, unter Umständen nicht länger die effektivste Messgröße für das Renditepotenzial aus Aktionärssicht ist. Heute sind aktive Vermögensverwalter geradezu nachlässig, wenn sie die vielen nicht so leicht greifbaren und nicht-traditionellen Faktoren ignorieren, die sich auf den langfristigen Unternehmenswert auswirken. Unserer Ansicht nach erfordert das Identifizieren attraktiver Anlagechancen einen „Mosaik“-Ansatz, der die Analyse von Managemententscheidungen zu Aspekten in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) sowie traditioneller finanzieller Aspekte beinhaltet.

Kernaussagen

  • Unserer Ansicht nach sollten Vermögensverwalter neben herkömmlichen finanziellen Aspekten auch ESG-Aspekte analysieren, um das langfristige Renditepotenzial eines Unternehmens für Aktionäre zu beurteilen.
  • Ein integrierter Ansatz, der unternehmenseigenes Research und direkte 
    Interaktionen mit Unternehmen kombiniert, könnte tiefere Einblicke liefern als Ranglisten und Punktzahlen alleine.
  • Unser Team sucht nach Unternehmen, die in Sachen ESG führend sind oder diesbezügliche Verbesserungen zeigen, und analysiert diese in Bezug auf beide Aspekte.

Traditionelle Modelle sind unzureichend

ESG-Überlegungen, z.B. zu Gewerkschaftsbeziehungen, Vergütung von Führungskräften, Unabhängigkeit des Vorstands, Wasser- und Ressourcenmanagement, IT-Sicherheitsverfahren usw., können ernsthafte – positive oder negative – Auswirkungen auf die Produktionskosten, Nettomargen und den Aktienkurs eines Unternehmens haben. Die meisten Modelle, die ESG-Aspekte integrieren, analysieren diese nur als Risikofaktor. Unserer Erfahrung nach können ESG-Inputs durch multidisziplinäres Research und direkte Interaktionen wichtige Alpha-Signale sein, die aktiven Managern dabei helfen können, im Zeitablauf bessere Ergebnisse zu erzielen.

Gängige ESG-Analysen beinhalten einen oder mehrere der folgenden Ansätze:

  • Regelbasiertes Screening: Strategien, die versuchen, Allokationen in die Unternehmen mit der schlechtesten ESG-Bilanz auszuschließen oder zu reduzieren.
  • Bewertungen und Einstufungen in Ranglisten (häufig „ESG-Leader“- Strategien genannt), die auf der Annahme basieren, dass Unternehmen, die in der Vergangenheit eine gute ESG-Performance gezeigt haben, auch in der Zukunft einen attraktiven finanziellen Ertrag liefern werden.
  • ESG als Instrument zur Identifizierung langfristiger Risiken und Analyse der Vorbereitung eines Unternehmens auf den Umgang mit diesen Risiken.

Dies sind unseres Erachtens unvollständige Filter auf Basis heuristischer Methoden, die Portfoliomanager anfällig für irrationale Verhaltensmuster und falsche Signale machen. Unserer Ansicht nach erzeugen quantitativ basierte ESG-Filter keine sehr zuverlässigen Signale, was die potenzielle zukünftige Aktionärsrendite betrifft. Dies liegt daran, dass die meisten ESG-Bewertungen vergangenheitsorientiert und für alle Marktteilnehmer breit verfügbar sind, was sie für aktive Manager größtenteils ineffizient macht. Beispielsweise werden ESG-Ratings mit einer Verzögerung aktualisiert, die auf Veröffentlichungen in Berichten zur Unternehmensverantwortung basiert. Dies bedeutet, dass selbst die „aktuellsten“ Daten veraltet sein können. Auch können vergangene Kontroversen die ESGProfile von Unternehmen belasten, selbst nachdem diese Probleme adressiert wurden. Unserer Ansicht nach bieten diese Inputs keinen Informationsvorteil und wenig Möglichkeiten, um mit ihrer Hilfe Zusatzerträge zu generieren…

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